Uppropet för BStU-forskaren Helmut Müller Enbergs som får stå ensam i rätten i fallet ”Bob” och ”Petra

Jag har tidigare refererat till ett upprop för Myndigheten för Stasiarkivets forskare Helmut Müller Enbergs, från forskare från 16 länder. De ger sitt stöd till Müller Enbergs då han inte får stöd av sin arbetsgivare då två personer som genom seriös forskning har utpekats som verklighetens ”Bob” och ”Petra”. Müller Enbergs får helt enkelt stå ensam inför rätta när hans arbetsgivare inte ställer upp för honom.

Nedan följer alltså uppropet samt de undertecknande forskarnas namn och hemländer.

Versuch zur Einschüchterung der Forscher 

Mit Besorgnis erfahren wir Wissenschaftler aus Dänemark, Finnland, Schweden, Island, Estland, Litauen, Polen, Ungarn, der Tschechische Republik, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Belgien, Rumänien, der USA und Österreich, dass unser Kollege, der international renommierte Experte Dr. Helmut Müller-Enbergs verklagt wird. Dabei hat er nur seine normale Arbeit als Wissenschaftler gewissenhaft gemacht. Ohne Rechtsschutz von der Stasi-Unterlagen-Behörde muss er vor Gericht.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veröffentlichte am 28.10.2012 den informativen Beitrag ”Für Verdienste um Volk und Vaterland” von Dr. Markus Wehner. Darin geht es um den bedeutenden Spionagefall in der SPD, den die HV A in Verbindung mit den Decknamen „Bob“ und „Petra“ gebracht hat. In der Publikation der Stasi-Unterlagenbehörde Hauptverwaltung A. Strukturen – Aufgaben – Quellen (Berlin 2011, 5 €) wird der Fall wissenschaftlich seriös behandelt.

Spionage ist eine normale Disziplin auf dem internationalen Parkett. Wer internationale Politik und Zeitgeschichte erforschen will, muss auch die Arbeit von Spionen in Betracht ziehen. Das gilt nicht nur heute, sondern auch für die Zeit des Kalten Krieges. Und wer die Methoden der DDR-Staatssicherheit im Kalten Krieg beleuchten will, muss auch schwerwiegende Fälle analysieren und Quellen der Staatssicherheit beim Namen nennen.

Was aber bei der Forschung und Veröffentlichung solcher Spionagefälle nicht normal ist, sind die Forschungsbedingungen. Forscher stoßen nicht selten auf Schwierigkeiten, die sicherlich mit den ehemaligen Praktiken der Stasi-Mitarbeiter erklärbar sind. Es spricht einiges dafür, dies exemplarisch an den aktuellen Fällen „Bob“ und „Petra“ darzustellen.

Die HV A riet ihren Spionen, im Falle einer Enttarnung alles zu leugnen und auch vor der Justiz den „Klassenfeind“ mit allen Mitteln zu bekämpfen. Was früher der „Klassenfeind“ war, ist heute die Aufarbeitung. Der Gegner änderte sich, aber kaum die Methoden. Faktisch sollen Anwälte die Aufarbeitung zum Erliegen bringen und Forscher – etwa durch das Landgericht Hamburg – eingeschüchtert werden.

Der Versuch, die Nennung der Namen von nachrichtendienstlichen Quellen juristisch unterbinden zu lassen, steht angesichts der wahrscheinlichen Bedeutung für die HV A im Gegensatz zum grundsätzlichen Interesse der Wissenschaft und der Gesellschaft an der Aufarbeitung. Die Beschreibung und Analyse von historischen Quellen müssen möglich sein, wenn überhaupt eine wissenschaftliche Aufarbeitung eines so schwierigen Themas wie der Spionage gewollt ist.

Wir begrüßen es daher, dass Dr. Helmut Müller-Enbergs sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit nicht einschüchtern lässt, auch wenn ihm die Stasi-Unterlagenbehörde keinen Rechtsschutz gewährt. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte haben Wissenschaftler, Journalisten und Autoren die Pflicht zu informieren, eine Pflicht, die über anderen Pflichten steht, playing their role as watchdogs of democracy (Judgement, European Court of Human Rights, Strasbourg 7. Juni 2007, Case of Dupuis and Others v. France). So gesehen ist die Klage gegen unseren Kollegen ein Angriff auf die Freiheit der fundierten, sich auf Belege stützenden Forschung.

Wir möchten Dr. Helmut Müller-Enbergs unsere Solidarität aussprechen. Unsere Solidaritätserklärung verstehen wir auch als einen Beitrag zur Aufarbeitung des Unrechts und der Folgen der SED-Diktatur.

Prof. Dr. Birgitta Almgren, University of Södertörn, Sweden

Prof. Dr. Beatrice A. de Graaf, Leiden University, Holland

Prof. Dr. Mark Kramer, Harvard University, USA

Prof. Dr. Idesbald Goddeeris, University of Leuven, Belgien

Prof. Dr. Antonio Díaz, University of Cadiz, Spanien

Prof. Dr. Aigi Rahi-Tamm, University of Tartu, Estland

Prof. Dr. Stéphane Courtois, Centre national de la recherche scientifique, Frankreich

Dr. Patrick Moreau, Centre national de la recherche scientifique, Frankreich

Dr. Pavel Žáček, Institute for the Study of Totalitarian Regimes, die Tschechische Republik,

Dr. Gary Bruce, University of Waterloo, Kanada

Dr. Kimmo Elo, University of Turku, Finnland

Dr. Thomas Wegener Friis, University of Southern Denmark, Dänemark

Dr. Kristina Burinskaitė, The Genocide and Resistance Research Centre of Lithuania, Litauen

Dr. Władysław Bułhak, Institute of National Remembrance, Polen

Dr. Paul Maddrell, Loughborough University, Grossbritannien

Dr. Dan Draghia, The Institute for the Investigation of Communist Crimes and the Memory of the Romanian Exile, Rumänien

Dr. Guðni Th. Jóhannesson, Reykjavik Academy, Island

Dr. Krisztián Ungváry, Budapest, Ungarn

Mag. Philipp Lesiak, Ludwig Bolzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Österreich

 

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Om Lena Breitner

Journalist, fil kand i historia, fil mag i ekonomisk historia, fil mag i litterärt skapande (Författarskolan i Lund). Håller guidade vandringar om det hemliga Malmö med den tidigare underrättelseagenten Gunnar Ekberg. Forskar i egenskap av journalist på WWII, Stasi och kalla kriget. Har skrivit uppslagsordet Stasi för Nationalencyklopedien. Gav 2001 ut boken OmTango - om ordlösa samtal om konsten att kramas.
Det här inlägget postades i BStU, Forskning, Hauptverwaltung Aufklärung, HVA, Kalla kriget, Tyskland. Bokmärk permalänken.

En kommentar till Uppropet för BStU-forskaren Helmut Müller Enbergs som får stå ensam i rätten i fallet ”Bob” och ”Petra

  1. Anders B. Werp skriver:

    Jeg håper denne saken løser seg i Helmuts favør. Det er tydeligvis meget solid støtte på hans side. Takk for informativ blogg!

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